Inhalationstherapie gegen COVID-19

Neurimmune und Ethris geben exklusive Partnerschaft zur Entwicklung einer Immuntherapie bekannt: Klinische Prüfung soll noch 2020 starten.

Inhaltationsspray gegen COVID-19

Die beiden Unternehmen Neurimmune und Ethris wollen gemeinsam eine Immuntherapie entwickeln, bei der die therapeutische mRNA über Inhalation direkt in die Lunge der Erkrankten transportiert wird, um dort die Produktion von neutralisierenden Antikörpern zu induzieren. Die Hoffnung ist, dass die lokale Verabreichung in der Lunge von erheblichem therapeutischen Nutzen ist.

Neurimmune will dafür mit ihrer Technologieplattform humane Antikörper gegen SARS-CoV-2 in Immunzellen von genesenen Corona-Patienten identifizieren. Die aktiven neutralisierenden Antikörper sollen dann in ein Therapeutikum von Ethris zur Inhalation übertragen werden. Geplant ist, dass die mRNA die Zellen in der Lunge dazu veranlasst, lokal hohe Konzentrationen von spezifischen Antikörpern zu produzieren, die das Coronavirus SARS-CoV-2 vor Ort neutralisieren.

Die beiden Unternehmen werden sich den Angaben zufolge sowohl die Kosten als auch die Einnahmen für die gemeinsamen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten teilen. Sie gehen davon aus, dass sie im Sommer mit der Herstellung des Wirkstoffes für die klinische Studie beginnen können. Der erste Produktkandidat soll dann im vierten Quartal 2020 nach Konsultation mit den regulatorischen Zulassungsbehörden getestet werden.

Dr. Carsten Rudolph, CSO von Ethris, erläutert: "Diese Zusammenarbeit ist durch den weltweiten Bedarf an einer Therapie motiviert. Unser gemeinsames Ziel ist es, Ärztinnen, Ärzten und Pflegenden eine Therapie zur Verfügung zu stellen, mit der sie die Krankheit in der ganzen Welt bekämpfen können. Wir sind zwei Unternehmen unter vielen, die mit Innovation und Schnelligkeit einen wertvollen Beitrag zur Eindämmung dieser Pandemie leisten wollen.“ Die Firmengründung der Ethris wurde durch das BMBF im Rahmen der GO-Bio-Förderung unterstützt.