Millionenförderung für fünf Gründerteams

Fünf Forscherteams haben sich in der siebten Runde des GO-Bio-Wettbewerbs durchgesetzt und können jetzt mit einer Millionenförderung ihre Gründungsideen umsetzen.

Pfeilgrafik mit Geldscheinen im Hintergrund

Fünf Forscherteams haben sich im siebten GO-Bio-Wettbewerb die BMBF-Förderung gesichert.

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Nur wenige Biowissenschaftler wagen den Schritt vom Labor in die Wirtschaft. Mit der „Gründungsoffensive Biotechnologie GO-Bio“ unterstützt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) Forscherteams aus den Lebenswissenschaften, die mit vielversprechenden und technisch anspruchsvollen Projekten ein Unternehmen gründen wollen. Bei den „Deutschen Biotechnologietagen 2016“ in Leipzig wurden am 27. April die Preisträger der siebten Auswahlrunde von GO-Bio gekürt. Insgesamt fünf Teams dürfen sich über rund 17 Millionen Euro Anschubfinanzierung freuen. Die Projekte stehen im Zeichen der Digitalen Medizin und der Immuntherapien.

Aufbauend auf einer Idee aus den Lebenswissenschaften ein Unternehmen zu gründen, ist ein besonderes Wagnis, denn Entwicklungsprozesse sind in dieser Branche meist langwierig und kostspielig. Seit 2005 hat das BMBF deshalb die „Gründungsoffensive Biotechnologie GO-Bio“ aufgelegt, um gezielt Gründerteams zu unterstützen.

Digitale Medizintechnik und Immuntherapien im Fokus

In der siebten Auswahlrunde haben sich 79 Bewerber beteiligt und Projektskizzen eingereicht. 13 Teams kamen in die engere Wahl, fünf Teams setzten sich schließlich durch. Sie dürfen sich insgesamt über knapp 17 Millionen Euro Anschubfinanzierung freuen. Die fünf Preisträger von 2016 erforschen und entwickeln ihre Ideen in Berlin (2 Teams), Mainz, Mannheim und Würzburg. Diesmal lassen sich die Projekte zwei Topthemen aus den Lebenswissenschaften zuordnen: den Immuntherapien und der digitalen Medizintechnik. Immuntherapien der neuen Generation bauen auf einem immer besseren Verständnis der Funktionsweise des Immunsystems auf. Den Immuntherapien werden sowohl in der Klinik als auch in der Pharma-Industrie derzeit enormes Potenzial für die Medizin der Zukunft bescheinigt. Dass deutsche Biomediziner hier mit hoch innovativen Ansätzen punkten können, demonstrieren gleich drei GO-Bio-Teams: Mithilfe unterschiedlicher Herangehensweisen wollen sie die Körperabwehr bei Patientinnen und Patienten gezielt beeinflussen, sodass diese fortan Krebszellen nachhaltig bekämpfen kann oder Abstoßungsreaktionen nach einer Organtransplantation ausbleiben. Neuartige Bildtechnik für OP-Mikroskope oder eine digitale Schlaganfall-Vorhersage, das sind wiederum die Ideen der GO-Bio-Teams zum Thema digitale Medizin und Big Data.

50 GO-Bio-Projekte bisher, 22 Unternehmen angeschoben

Über maximal sieben Jahre finanziert das BMBF die Forscherinnen und Forscher, um eine wissenschaftliche Idee zu einem marktfähigen Produkt weiterzuentwickeln und mittelfristig ein nachhaltiges Unternehmen zu gründen. Die GO-Bio-Förderung erfolgt dabei in zwei Phasen. In der ersten Förderphase soll von der Arbeitsgruppe das Anwendungspotenzial der Entwicklung herausgearbeitet und bewertet werden. Begleitend sollen konkrete Kommerzialisierungsstrategien für die weitere Umsetzung der Ergebnisse entwickelt werden. In der zweiten Förderphase, über die nach einer Zwischenevaluation entschieden wird, erfolgt die Überführung dieser Strategien in die wirtschaftliche Verwertung. Dass die geförderten Teams gute Aussichten haben, das angepeilte Ziel einer Firmengründung zu erreichen, zeigt ein Blick auf die GO-Bio-Projekte der vergangenen Jahre: Im Rahmen von nunmehr 50 geförderten Projekten sind bisher 22 Firmen gegründet worden oder sie wurden in dieser Zeit operativ tätig. Die gegründeten Firmen haben bereits mehr als 60 Millionen Euro Privatkapital akquiriert und beschäftigen derzeit etwa 150 Mitarbeiter. Die iThera Medical GmbH wie auch Dynamic Biosensors wurden mit dem deutschen Innovationspreis in der Kategorie Start-ups ausgezeichnet.

Für Ende des Jahres 2016 ist die achte Ausschreibungsrunde für GO-Bio geplant.