Neuartige Therapien auf der Basis von RNA-Molekülen

GO-Bio Runde 3 – Prof. Dr. Gunther Hartmann – Institut für Klinische Chemie und Klinische Pharmakologie, Universitätsklinikum Bonn

Stilisierte Dartsellung eines DNA-Strangs

adimas - Fotolia


Zuwendungsempfänger: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Förderung: GO-Bio Phase I (01.04.2010 bis 30.06.2014, 1.604.190 Euro)


Projektbeschreibung

Nukleinsäuren sind für Organismen essentielle Substanzen: Sie sind die Träger der Erbinformation und kommen als RNA (Ribonukleinsäure) oder DNA (Desoxyribonukleinsäure) vor. Inzwischen werden Nukleinsäuren als neuartige Therapieform auch für Immunologen immer wichtiger. So beschäftigt sich Gunther Hartmann bereits seit Jahren damit, wie beispielsweise das Erbgut von Viren – das oft in Form von RNA vorliegt – von der menschlichen Immunabwehr erkannt wird. Im Rahmen seiner BioFuture-Förderung konnte er diese Frage auf molekularer Ebene aufklären. Aufbauend auf diesen Erkenntnissen ist es dem Team um Hartmann inzwischen gelungen, spezielle immunstimulatorische RNA-Moleküle zu entwickeln, die eine Virusinfektion nachahmen und so bestimmte Immunreaktionen auslösen. Der Körper wird also dazu animiert, sich selbst zu helfen.

Dies könnte gezielt für therapeutische Zwecke genutzt werden. Darüber hinaus haben die Forscher einen Weg gefunden, diese RNA-Moleküle mit Eigenschaften der RNA-Interferenz zu kombinieren. Dadurch üben sie zwei Funktionen aus: sie stimulieren das Immunsystem und schalten gezielt Gene aus, die beispielsweise für das Überleben von Krebszellen wichtig sind. Beide Therapie-Ansätze sind in Tiermodellen bereits erfolgreich getestet worden.

Mithilfe dieser ersten GO-Bio Förderrunde unterzogen Hartmann und sein Forscherteam die RNA-Moleküle einer präklinischen Prüfung, um sie zukünftig als Therapeutika zur Bekämpfung von Virusinfektionen, Krebserkrankungen und Autoimmunerkrankungen einsetzen zu können.