Proteintech übernimmt ChromoTek

Der US-amerikanische Hersteller Proteintech erweitert durch die Übernahme sein Portfolio an Antikörper-Technologien der nächsten Generation. Das Münchener Start-up ChromoTek ist Marktführer für besonders kleine und vielfältig einsetzbare Antikörper.

Alpakaherde

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Das amerikanische Unternehmen Proteintech hat im Oktober die Übernahme des Münchner Start-ups ChromoTek bekannt gegeben. Gemeinsam wollen die beiden Unternehmen den wachsenden Forschungsmarkt und den Bedarf an Antikörpern noch besser abdecken. Gerade in den neuen Anwendungsgebieten der Einzelzellanalyse und der hochauflösenden Mikroskopie steigt die Nachfrage. „Es ist aufregend, mit einem Unternehmen zusammenzuarbeiten, das unsere Werte der Reproduzierbarkeit und Qualität zum Nutzen der Forschung und darüber hinaus teilt", sagte Dr. Marion Jung, CEO der ChromoTek. Der High-Tech Gründerfonds und Bayern Kapital haben ihre Anteile an ChromoTek dafür nach zehn Jahren veräußert.

Die ChromoTek wurde 2008 als Spin-off der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München gegründet. Das BMBF hat das Gründungsteam von 2007 bis 2014 im Rahmen der GO-Bio-Förderinitiative unterstützt. Im Fokus standen dabei sogenannte Chromobodies – eine Fusion von Antikörper-Fragmenten aus Alpakas und fluoreszierenden Molekülen. Diese Chromobodies sind bis zu zehnmal kleiner als herkömmliche Antikörper und besitzen eine ausreichend hohe Stabilität, um in lebenden Zellen eingesetzt zu werden. Dadurch hat das Gründungsteam ein äußerst effizientes Werkzeug entwickelt, dass zellbiologische Arbeiten mit umfassender Proteomanalyse verknüpft. Mittlerweile konnte sich die ChromoTek als Marktführer in der Entwicklung von Nanobodies mit modellierbaren Affinitäten und Spezifitäten etablieren. Der neue Partner Proteintech mit Sitz in Chicago, USA wurde 2002 gegründet und ist ein führender Hersteller von Antikörpern.