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CARE-2: Neuer Wirkmechanismus für schnell wirksame Antidepressiva : Datum:

Das Projekt CARE-2 der Friedrich-Schiller-Universität Jena entwickelt auf Basis eines neu entdeckten biologischen Signalwegs ein Antidepressivum mit neuem Wirkmechanismus. Es soll Depressionen schneller und verträglicher behandeln als bisherige Medikamente

Schere, Stein, Papier, Pipette
Konventionen ändern durch Wissenschaft © Olivia Engmann

Depressionen gezielter behandeln

Depressionen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen weltweit. Schätzungen zufolge erkrankt etwa jeder siebte Mensch im Laufe seines Lebens daran. Trotz zahlreicher verfügbarer Medikamente sprechen viele Betroffene nicht ausreichend auf die Behandlung an oder leiden unter unerwünschten Nebenwirkungen. Der Bedarf an neuen Therapieansätzen ist daher groß.

Das GO-Bio initial-Projekt CARE-2 verfolgt einen neuen Ansatz. Forschende der Friedrich-Schiller-Universität Jena haben einen bislang unerforschten biologischen Signalweg identifiziert, der eine zentrale Rolle bei depressionsähnlichen Veränderungen spielen könnte. Auf dieser Grundlage entwickelten sie einen innovativen Wirkstoff aus der Gruppe der sogenannten Small Molecules, also niedermolekularen Substanzen, die gezielt biologische Prozesse beeinflussen können.

Schnelle Wirkung in präklinischen Studien

In präklinischen Untersuchungen zeigte der Wirkstoff vielversprechende Eigenschaften. In Mausmodellen setzte die antidepressive Wirkung bereits innerhalb von 24 Stunden ein und hielt bis zu sieben Tage an. Gleichzeitig erwies sich die Substanz als gut verträglich und zeigte nur eine sehr geringe Toxizität.

Besonders interessant ist das zugrunde liegende Zielmolekül: Es wird vor allem unter Stressbedingungen oder bei Vorliegen einer Depression verstärkt gebildet. Dadurch könnte das Risiko für Nebenwirkungen und Missbrauch im Vergleich zu bestehenden Therapien reduziert werden.

Optimierung für den klinischen Einsatz

Erste pharmakokinetische Untersuchungen ergaben jedoch eine geringe orale Bioverfügbarkeit. Das bedeutet, dass bislang nur ein kleiner Teil des Wirkstoffs nach der Einnahme in den Blutkreislauf gelangt.

Im Rahmen des Projekts arbeiten die Forschenden deshalb gemeinsam mit Medizinalchemikerinnen und -chemikern an einer strukturellen Optimierung der Substanz. Ziel ist die Entwicklung verbesserter Wirkstoffvarianten, die eine höhere Bioverfügbarkeit aufweisen und gleichzeitig ihre Wirksamkeit und Selektivität behalten.

Die neuen Derivate werden anschließend umfassend im Labor und in präklinischen Modellen getestet. Daraus soll ein patentierbares, oral verfügbares und gut verträgliches Antidepressivum entstehen, das Menschen mit Depressionen eine neue Behandlungsoption eröffnen kann.

Von der Forschung in die Anwendung

Das Projekt ist eng in akademische, klinische und pharmazeutische Netzwerke eingebunden. Ergänzend werden Patentierungs- und Gründungsaktivitäten vorbereitet, um die Weiterentwicklung des Wirkstoffs gezielt voranzutreiben. Auf diese Weise soll der Transfer der Forschungsergebnisse in die praktische Anwendung beschleunigt werden.

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