HeartGate: Herzpumpen-Implantationen am schlagenden Herzen : Datum: , Thema: GO-Bio next
HeartGate entwickelt ein Implantationsset, das die Implantation von Herzpumpen am schlagenden Herzen ermöglicht. Der Eingriff kann ohne Herz-Lungen-Maschine ausgeführt werden, ist damit weniger invasiv, OP-Zeit und Risiken sinken. Das eröffnet neue Therapieoptionen für Hochrisikopatientinnen und -patienten.
Weltweit sind mehr als sechs Millionen Menschen von schwerem Herzversagen betroffen. Eine Herzpumpe oder LVAD, kurz für Left Ventricular Assist Device, kann dann lebensrettend sein. Dabei handelt es sich um eine kleine Pumpe, die das Blut aus der linken Herzkammer in die Hauptschlagader und damit in den Körperkreislauf transportiert. Wenn die medikamentöse Therapie ausgeschöpft ist, bleibt nur dieser Weg als Alternative zur Herztransplantation.
Wie funktioniert HeartGate?
Konventionell wird für die Implantation der Herzpumpe das Herz stillgelegt und die Herzfunktion vorübergehend von der Herz-Lungen-Maschine übernommen – ein komplexer, belastender Eingriff. HeartGate will das ändern: Ein spezielles Implantationsset aus Stanze und Schleuse erlaubt die sogenannte off-pump LVAD-Implantation ohne Herz-Lungen-Maschine. Während mit der Stanze ein Loch in der Herzwand erzeugt werden kann, um darüber das LVAD einzusetzen, verhindert die Schleuse den Austritt von Blut.
Schonenderer Eingriff mit weniger Komplikationen
Dafür muss das Brustbein nicht mehr eröffnet werden, die Patientinnen und Patienten verlieren intraoperativ potentiell weniger Blut und die OP-Zeit wird kürzer. Außerdem wird erwartet, dass postoperativ weniger Komplikationen auftreten und sich Intensiv- und Krankenhausaufenthalte verkürzen. Besonders könnten davon Patientinnen und Patienten mit hohem OP-Risiko profitieren.
Das Set ist mit verschiedenen LVAD-Systemen kompatibel. Ein interdisziplinäres Team arbeitet an der Zulassung als Medizinprodukt – mit dem Ziel, die LVAD-Implantation sicherer, schneller und für mehr Betroffene zugänglich zu machen.
Mehr zu geförderten GO-Bio-Projekten auf der Übersichtsseite