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NEUROLITH-2: Implantatbasiertes Therapiesystem zur Behandlung traumatischer Rückenmarksverletzungen : Datum:

Das GO-Bio initial-Verbundprojekt NEUROLITH-2 entwickelt ein implantierbares Therapiesystem zur kausalen Behandlung traumatischer Rückenmarksverletzungen. Ziel ist es, die akuten und sekundären Schädigungsprozesse nach einer Verletzung gezielt zu modulieren und so die Grundlage für neue Therapieoptionen bei Querschnittslähmung zu schaffen.

Im Rahmen des Projekts NEUROLITH werden am Fraunhofer ISC ausgewählte Wirkstoffe in resorbierbare Partikel verkapselt. Nach Optimierung soll dieses Wirkstofffverkapselungssystem Anwendung in der kausalen Therapie von traumatisch bedingten Rückenmarksverle
Im Projektvorhaben NEUROLITH fokussiert sich das Fraunhofer ISC auf die Entwicklung einer Verkapslungstechnologie von ausgewählten Wirkstoffen in resorbierbare Partikelsysteme. In Zusammenarbeit mit der Charité Berlin und Helmholtz HEREON soll dieses Partikelsystem Anwendung in der kausalen Therapie von traumatisch bedingten Rückenmarksverletzungen finden und dadurch Querschnittslähmungen verhindern. © Fraunhofer ISC

Hoher medizinischer Bedarf bei Rückenmarksverletzungen

Traumatische Verletzungen des Rückenmarks führen häufig zu dauerhafter Querschnittslähmung und stellen ein gravierendes medizinisches sowie gesundheitsökonomisches Problem dar. In Deutschland leben rund 140.000 Betroffene, jährlich kommen etwa 2.000 bis 2.500 neue Fälle hinzu. Die Behandlungskosten pro Patientin oder Patienten können sich auf bis zu 4 Millionen Euro belaufen.

Trotz chirurgischer Stabilisierung der Wirbelsäule existiert bislang keine kausale Therapie, die die neurologischen Schäden wirksam verhindert oder rückgängig macht. Ein zentrales Problem ist die komplexe Entzündungs- und Schwellungskaskade nach der Verletzung, die schwer gezielt pharmakologisch zu beeinflussen ist.

Lokal wirksames Implantat mit kontrollierter Wirkstofffreisetzung

NEUROLITH-2 entwickelt ein implantierbares Therapiesystem, das im Rahmen des operativen Eingriffs an der Läsionsstelle eingebracht wird. Das Implantat vereint eine strukturell-protektive Funktion mit einer lokalen, zeitlich gesteuerten Wirkstofffreisetzung.

Die Wirkstofffreisetzung ist auf den zeitlichen Verlauf der Schädigungsprozesse nach der Verletzung abgestimmt, sodass therapeutische Effekte in den jeweils relevanten klinischen Zeitfenstern entfaltet werden. Ziel ist es, die pathophysiologischen Mechanismen nach der Verletzung gezielt zu adressieren.

Interdisziplinäre Entwicklung und translationaler Ansatz

Das Verbundprojekt ist eng interdisziplinär organisiert. Innerhalb der Charité – Universitätsmedizin Berlin wird es gemeinsam von der Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie und der Klinik für Neurochirurgie am Campus Benjamin Franklin getragen. Die Charité koordiniert das Vorhaben und übernimmt unter anderem die Implantatfertigung, präklinische In-vivo-Studien sowie regulatorische und betriebswirtschaftliche Analysen. Das Helmholtz-Zentrum Hereon entwickelt bioabbaubare Materialkomponenten für das Implantat. Das Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC entwickelt bioresorbierbare Wirkstoffträgersysteme und begleitet regulatorische Dokumentationsprozesse.

Parallel zur technischen Entwicklung wird ein umfassendes Verwertungskonzept erarbeitet. Dieses umfasst Geschäftsmodellierung, gesundheitsökonomische Analysen, regulatorische Planung nach EU-Medizinprodukteverordnung sowie die Vorbereitung einer möglichen Ausgründung und Anschlussfinanzierung.

Ziel ist die Demonstration eines präklinischen Proof of Principle für ein implantierbares Therapiesystem, das erstmals mehrere pathophysiologische Prozesse nach Rückenmarksverletzungen gleichzeitig adressiert.

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