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INNOPAK: Präzisionsantikörper gegen resistente Krankenhauskeime – jenseits klassischer Antibiotika : Datum: , Thema: GO-Bio next

Der Krankenhauskeim Pseudomonas aeruginosa (PA) verursacht schwerwiegende Infektionen – von Pneumonie bis Sepsis. INNOPAK entwickelt vollständig humane Präzisionsantikörper, die einen zentralen Virulenzfaktor neutralisieren und so eine neuartige, antibiotikaunabhängige Therapieoption eröffnen.

Dr. Albus and Dr. Willeat work in the laboratory,conducting researchagainst multi-drugresistant Pseudomonasaeruginosa
Die Postdocs Dr. Albus und Dr. Wille kultivieren im Rahmen der präklinischen Studien für das INNOPAK-Projekt Antikörper produzierende HEK-Zellen gegen Pseudomonas aeruginosa. © Christian Wittke | MedizinFotoKöln | Universität zu Köln

Der Krankenhauskeim Pseudomonas aeruginosa gilt wegen verbreiteter Antibiotikaresistenzen als erhebliche globale Gesundheitsbedrohung. Er verursacht Infektionen besonders bei Patientinnen und Patienten mit Kathetern oder unter maschineller Beatmung. Dabei kann er unter anderem Pneumonien, Sepsis sowie chronische Infektionen bei vorgeschädigter Lunge auslösen.

Technologie und Wirkmechanismus der Antikörper

Das Team von INNOPAK isolierte aus chronisch infizierten Patientinnen und Patienten vollständig humane monoklonale Antikörper. Das sind Antikörper, die alle von einem einzigen B-Zell-Klon stammen und deshalb identisch sind. Sie erkennen exakt dieselbe Stelle auf einem Zielmolekül und wirken daher sehr spezifisch (Schlüssel-Schloss-Prinzip). Sie garantieren eine sehr nebenwirkungsarme und gezielte Therapie. Diese Präzisionsantikörper blockieren einen zentralen Virulenzfaktor von PA.

Vorteile gegenüber Antibiotika

Anders als klassische Antibiotika zielt der Ansatz nicht darauf, die Bakterien direkt abzutöten, sondern ihre krankmachende Wirkung zu beschränken (Anti‑Virulenz). Das kann, im Gegensatz zu breit wirksamen Antibiotika, die natürliche Mikrobiota schonen. Zudem bleibt die Wirkung der Antikörper auch bei antibiotikaresistenten Stämmen grundsätzlich erhalten. Ein Einsatz in Kombination mit Antibiotika ist zudem möglich. Erste präklinische Daten zeigen eine mindestens gleichwertige Wirksamkeit im Vergleich zu klassischen Antibiotika – auch bei resistenten Stämmen.

Nächste Schritte

INNOPAK bringt diesen Ansatz in die klinische Entwicklung. Geplant sind die Herstellung der Antikörper nach den strengen Arzneimittel-Qualitätsregeln für eine Phase‑I‑Studie und die detaillierte Studienplanung mit einem etablierten Studienzentrum.

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