Senolytika‑3: Neue Arzneistoffe gegen Tumorrückfälle : Datum: , Thema: GO-Bio next
Tumorrückfälle entstehen häufig durch Krebszellen, die im Rahmen der Primärtherapie in einen vorübergehenden Ruhezustand (Seneszenz) wechseln. Diese „schlafenden“ Tumorzellen können später jedoch wieder aktiv werden und Rückfälle auslösen. Das Projekt „Senolytika‑3“ entwickelt Wirkstoffe, die solche seneszenten Tumorzellen gezielt eliminieren. Ziel ist es, Rückfälle zu verhindern und die Heilungschancen von Patientinnen und Patienten deutlich zu verbessern.
Trotz großer Fortschritte in der Onkologie führen überlebende Tumorzellen nach einer zunächst erfolgreichen chemotherapeutischen Behandlung oft zu Rückfällen. Die behandelten Zellen treten in eine Art „Schlafzustand“ (Seneszenz) ein: Sie teilen sich nicht mehr, bleiben aber stoffwechselaktiv. Später können sie jedoch wieder in den aktiven Zellzyklus übergehen und so einen meist noch aggressiveren Tumor bilden. Besonders bei schwer behandelbaren Tumoren wie dem Glioblastom liegt die Rückfallquote nahezu bei 100 %. Für die Betroffenen bedeutet dies eine erhebliche psychische Belastung und eingeschränkte Lebensperspektive, selbst nach zunächst erfolgreicher Therapie.
Schlafende Tumorzellen gezielt eliminieren
Hier setzt „Senolytika‑3“ an. Das Team der Freien Universität Berlin entwickelt neuartige Wirkstoffe, die gezielt seneszente Krebszellen eliminieren (Senolytika), während gesundes Gewebe geschont wird. In Kombination mit etablierten Chemotherapien soll so das gesamte Spektrum der Tumorzellen adressiert werden, aktive wie auch seneszente. Langfristig eröffnet dieser Ansatz die Chance, die Rückfallraten zu senken und die Lebensqualität der Betroffenen zu erhöhen.
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