Hirnschäden mit gekühlter Notfall-Beatmung mindern : Datum: , Thema: INNOVATIONSAKADEMIE BIOTECHNOLOGIE
Innovationsakademie Biotechnologie – Prof. Dr. Ben Fabry – Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Zuwendungsempfänger: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Förderung Sondierungsphase: 01.06.2012 bis 31.3.2013, 49.156,00 Euro
Projektbeschreibung
Bei einem Schlaganfall zählt jede Minute. Ziel des Projektes Airchill war die Entwicklung und Evaluierung eines Erste-Hilfe-Medizinprodukts, welches die Gehirntemperatur mittels gekühlter Beatmung senkt. Durch die Absenkung der Körpertemperatur auf 32 bis 34 Grad Celsius soll der Stoffwechsel verlangsamt und die Schädigung von Gehirnzellen infolge einer Durchblutungsstörung nach einem Schlaganfall oder einer Reanimation reduziert werden. Die Erwartung ist, dass sich die neurologischen Schäden deutlich verringern und die Überlebenswahrscheinlichkeit steigt. Das System soll bei der normalen Notfall-Beatmung zugeschaltet werden können, damit kein Zeitverlust oder Mehraufwand entsteht. Außerdem soll die Bedienung auch einem medizinischen Laien problemlos gelingen und der günstige Preis eine weite Verbreitung erleichtern.
Das Ziel der vom BMBF geförderten Sondierungsphase des Projekts Airchill war es daher, sowohl die Marktsituation als auch die medizinischen Vorteile einer Kühlung mittels Beatmung für den Rettungsdienst zu analysieren. Darüber hinaus wurden die weitere Ausarbeitung der Technik sowie klinische Tests vorbereitet, die in der nächsten Projektphase angegangen werden sollen.
Im Ergebnis kann festgestellt werden, dass die gekühlte Beatmung ein wirtschaftlich gesundes Marktpotential aufweist und aus klinischer und medizinischer Perspektive sinnvoll erscheint. Die technologischen Herausforderungen bei der Herstellung eines preiswerten Gerätes für die Routine-Notfallbehandlung sind ebenfalls überwindbar. Darüber hinaus zeichnen sich weitere bisher unberücksichtigte Anwendungen ab, beispielsweise im Profisport oder bei der Notfall-Behandlung von Hitzeschlagpatienten.